Vorbeugen ist besser als heilen

Auch Krebs kann man vorbeugen, so die Aussage des diesjährigen Weltkrebstages. Die International Union Against Cancer (UICC) gab an, dass etwa 40% der weltweiten Krebserkrankungen vermeidbar wären - einfach durch eine gesündere Lebensweise.

Experten sind heute der Meinung, dass viele Krebsfälle vermieden werden könnten, wenn sich die Menschen an eine gesunde Lebensweise halten und Früherkennungsprogramme nutzen würden. Eigentlich doch ein gutes Gefühl, zu wissen, dass wir es ein Stück weit selbst in der Hand haben und die Diagnose Krebs kein unausweichliches Schicksal sein muss.

 

Je früher, desto besser

Um Erkrankungen möglichst früh zu erkennen, noch bevor eigentliche Beschwerden auftreten, werden eine Reihe von Früherkennungsuntersuchungen angeboten, die ab einem bestimmten Alter regelmäßig durchgeführt werden sollten. Hierbei sind besonders die Krebs-Früherkennungsuntersuchungen wichtig, da die Heilungsaussichten umso besser sind, je früher der Krebs oder eine Vorstufe davon erkannt wird.


Folgende Früherkennungsuntersuchungen werden empfohlen:
 

Für Frauen:

  • ab 20: jährliche Untersuchung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane und Abstrich vom Gebärmutterhals (PAP-Test)
     
  • ab 30: zusätzliches Abtasten der Brust
     
  • ab 50 bis 69: alle zwei Jahre Mammographie (Röntgenaufnahme der Brust)

 

Für Männer:

  • ab 45: jährliche Abtastung und Untersuchung der Prostata und der äußeren Geschlechtsorgane

 

Für Frauen und Männer:

  • ab 35: Hautkrebsscreening alle zwei Jahre (bei allen zugelassenen Fachärzten für Haut- und Geschlechtskrankheiten oder einem Hausarzt mit entsprechender Zusatzqualifikation)
     
  • ab 50: Tastuntersuchung des Dickdarms sowie Test auf verborgenes Blut im Stuhl
     
  • ab 55: Anspruch auf insgesamt zwei Koloskopien (Darmspiegelungen) zur Früherkennung von Darmkrebs (Zwischen den zwei Untersuchungen müssen mindestens 10 Jahre liegen.) Wer keine oder nur eine Koloskopie in Anspruch nimmt, kann stattdessen zweijährlich einen Schnelltest auf okkultes (nicht sichtbares) Blut im Stuhl durchführen lassen. Bei einem positiven Befund besteht Anspruch auf eine Koloskopie zur Abklärung der Ergebnisse des Schnelltests.

 

Check-up

Ab 35 Jahren kann jeder Versicherte alle zwei Jahre einen allgemeinen "Check-up" durchführen lassen, der vor allem der Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Nierenerkrankungen dient. Um das Risiko für diese Erkrankungen abzuklären, werden unter anderem Blutdruck, Blutzucker, Cholesterinwert und Urin untersucht.
 

Was du selbst tun kannst:

Die Früherkennungsuntersuchungen sind ein wichtiger Punkt bei der Krebsvorsorge. Doch du kannst deinem Körper auch aktiv helfen, einen möglichst guten Schutz vor Krebs aufzubauen. Die "Zauberformel" ist dabei so einfach wie wirksam und lautet schlicht: eine gesunde Lebensweise!

 

Wie du das anstellst, verraten dir die folgenden Tipps:

  1. Rauche nicht. Nach Aussage der Krebsgesellschaft (DKG) sind 25-30% aller Krebs-Todesfälle direkt auf das Rauchen zurückzuführen. Auch Menschen, die dem Passivrauch ausgesetzt sind, tragen ein Risiko.
     
  2. Vermeide Übergewicht. Mit zunehmendem Übergewicht (etwa ab einem BMI von 25) steigt das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen (z.B. Dickdarmkrebs) kontinuierlich an. Bei übergewichtigen Frauen nach den Wechseljahren ist auch das Brustkrebsrisiko erhöht.
     
  3. Bewege dich ausreichend, mindestens dreimal in der Woche eine halbe Stunde. So vermeidest du Übergewicht und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken.
     
  4. Iss viel (rohes) Obst und Gemüse, am besten 5 Portionen am Tag (eine Portion entspricht einer Handvoll), davon 3 Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst. In Obst und Gemüse sind viele Stoffe enthalten, die das Immunsystem stärken und damit vor Krebs schützen können, wie z.B. Vitamine (besonders Vitamin C) und sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Viele der guten Inhaltsstoffe gehen allerdings beim Erhitzen verloren. Bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln konnte bisher kein Erfolg im Hinblick auf die Krebsvorbeugung nachgewiesen werden. Am besten isst du Gemüse und Obst also frisch und (möglichst) roh.
     
  5. Trinke nur wenig Alkohol. Männer sollten nicht mehr als einen ¼ l Wein oder ½ l Bier pro Tag trinken, Frauen nicht mehr als einen 1/8 l Wein oder einen ¼ l Bier. Wer mehr Alkohol trinkt, riskiert vor allem Krebs im Mund-Rachen-Raum und der Speiseröhre. Besonders schädlich ist Alkohol in Kombination mit Zigaretten.
     
  6. Vermeide allzu intensive Sonnenbestrahlung. Achte auf einen ausreichenden Sonnenschutz mit Sonnencreme oder besser noch mit körperbedeckender Kleidung.
     
  7. Beachte die Sicherheitsvorschriften an deinem Arbeitsplatz. Halte die Vorschriften und Sicherheitsmaßnahmen, die vor dem Kontakt mit krebserregenden Stoffen schützen sollen, genauestens ein.


Wenn du dich gesund ernährst, ausreichend bewegst, nicht rauchst und nur wenig Alkohol trinkst – also kurz um: gesund lebst – ist die Krebsvorsorge praktisch "inklusive". Außerdem profitierst du natürlich von all den anderen positiven Effekten einer gesunden Lebensweise, wie mehr Vitalität, Energie und Lebensfreude.

Unser Livechat mit Prof. Dr. Ulrich Wenzel (Facharzt für Innere Medizin)

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