In der Regel erfolgt die Suche nach dem Allergen Schritt für Schritt: Zunächst werden in einem Gespräch die Beschwerden und Lebensumstände abgeklärt. Hier ist es von ratsam, wenn du vorab konkrete Informationen gesammelt hast – etwa ein Ernährungstagebuch bei einer Nahrungsmittelallergie oder Erfahrungen aus dem Berufsalltag, wenn du dort regelmäßig mit einem potenziellen Allergen in Kontakt kommst. Treten die Probleme nur während einer bestimmten Zeit auf, etwa im Frühjahr, wenn bestimmte Pflanzen blühen? Jeder Hinweis hilft, die verdächtigen Auslöser weiter einzukreisen und andere auszuschließen.
Anschließend gibt ein Hauttest erste Aufschlüsse. Ist dieser zu riskant oder bleibt im Ergebnis unklar, kommt die Blutuntersuchung zum Einsatz. Weiteres Licht ins Dunkel soll ein Provokationstest bringen. Unmittelbar vor dieser Untersuchung dürfen übrigens keine akuten allergischen Beschwerden bestehen!
Es ist grundsätzlich möglich, dass du im Zuge dieser Maßnahmen direkt starke allergische Reaktionen zeigst – deshalb erfolgen die Tests stets unter ärztlicher Aufsicht und Kontrolle, um schnell auf entsprechende Probleme reagieren zu können.
Hauttests
Sie zählen zur Diagnosemethode der ersten Wahl, sind einfach und schnell durchzuführen: Verschiedene Substanzen werden auf die Haut aufgetragen und die Reaktion abgewartet. Meist erfolgt der Test auf der Innenseite des Unterarms, manchmal auch am Rücken.
Prick-Test: Der Begriff „Prick“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Einstich. Dein Arzt tropft eine wässrige Lösung mit typischen Allergen-Proben auf markierte Hautstellen. Die Haut wird dann leicht eingeritzt, damit der Stoff eindringen und eine Reaktion hervorrufen kann. Wenn du allergisch reagierst, zeigt sich das in Form von Rötungen oder Quaddeln.
Intrakutantest: Die Allergenlösung wird direkt unter die Haut gespritzt – das ist etwas unangenehmer, im Ergebnis aber genauer, denn der Intrakutantest erkennt auch schwächere allergische Reaktionen.
Scratch-Test: Beim Scratchen (Kratzen) wird die Haut oberflächlich angeritzt und das Allergen anschließend über die Haut gerieben. Dabei gelangt der Stoff etwas tiefer in das Gewebe und kann eine stärkere Hautreaktion auslösen.
Reibetest: Bei Verdacht auf eine sehr starke Hautreaktion wird die Lösung ohne Anritzen oder Einstich leicht auf dem Unterarm verrieben. Nach etwa 20 Minuten sollte sich das Ergebnis zeigen.
Epikutantest: Du bekommst ein Pflaster mit dem verdächtigen Allergieauslöser auf den Rücken geklebt. Zeigt sich nach einem Tag keine Reaktion, wird der Test noch einmal für 24 Stunden wiederholt; eventuell folgt noch ein dritter Durchgang.
Bluttest
Der Arzt entnimmt deiner Armvene etwas Blut und lässt es im Labor untersuchen, wenn der Hauttest kein klares Ergebnis gezeigt hat oder etwa eine Hauterkrankung besteht, die den Prick-Test verfälschen könnte. Zeigt sich in der Blutprobe eine erhöhte Anzahl der sogenannten IgE-Antikörper, erhärtet sich der Verdacht auf eine Allergie. Allerdings ist der Bluttest kein endgültiger Nachweis – auch Raucher oder Personen mit einer Parasiten-Infektion können beispielsweise mehr IgE-Antikörper haben als üblich.
Provokationstests
Nicht immer zeigt deine Haut eine allergische Reaktion, auch wenn du konkrete Beschwerden hast. Dann kann ein Provokationstest helfen, den Auslöser zu identifizieren. Handelt es sich zum Beispiel um Heuschnupfen, gibt der Arzt das vermutete Allergen, also etwa bestimmte Pollen, in einer exakt festgelegten Dosis auf die Nasenschleimhaut. Danach lässt sich beobachten, ob du mit Niesreiz, tränenden Augen oder verstopfter Nase auf diesen Stoff reagierst. Provokationstests können auch an den Augen oder den Bronchien durchgeführt werden. Sie sind für den Patienten zuweilen heikel, denn es kann dabei auch zu sehr starken allergischen Reaktionen kommen.
Was folgt auf die Diagnose?
Erst wenn der Übeltäter gefunden wurde, kann dein Arzt gezielte therapeutische Schritte einleiten. Je nach Fall und Lage wird er Medikamente einsetzen, eine Allergenkarenz (das Vermeiden des Auslösers) oder eine Hyposensibilisierung verordnen. Das bedeutet, dass du durch regelmäßige kontrollierte Gaben des Allergens in minimaler Dosierung allmählich desensibilisiert wirst. Der Erfolg lässt sich durch Bluttest kontrollieren – leider ist diese Therapieform nur bei bestimmten Allergenen machbar.
Quellen und weitere Informationen
https://www.gesundheitsinformation.de/welche-allergietests-gibt-es.html
